Betriebstagebuch für Fettabscheider: Pflicht, Inhalt & Muster

Das Betriebstagebuch für Fettabscheider ist gesetzliche Pflicht. Erfahren Sie, was dokumentiert werden muss, wie oft, und laden Sie eine Vorlage herunter.

Aktualisiert am 18.02.2026
~6 Min. Lesezeit

Betriebstagebuch für Fettabscheider: Pflicht, Inhalt & Muster

Warum dieses Thema so wichtig ist

Das Betriebstagebuch ist das Dokument Nr. 1 bei jeder Behördenkontrolle. Wenn der Prüfer der Unteren Wasserbehörde zu Ihnen kommt, fragt er zuerst nach dem Betriebstagebuch. Fehlt es oder ist es unvollständig, drohen sofortige Bußgelder — unabhängig davon, ob Ihr Fettabscheider technisch in Ordnung ist.

Ein gut geführtes Betriebstagebuch ist Ihr bester Schutz bei einer Kontrolle.

Ist das Betriebstagebuch Pflicht?

Ja, es ist gesetzliche Pflicht. Die Pflicht ergibt sich aus:

  • DIN 4040-100 — verlangt das Führen eines Betriebstagebuchs als Teil der ordnungsgemäßen Betriebsführung
  • AwSV — verlangt den Nachweis über den ordnungsgemäßen Betrieb von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • Kommunale Entwässerungssatzungen — viele Kommunen verlangen das Betriebstagebuch explizit

Das Betriebstagebuch muss mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden und jederzeit für die Behörde einsehbar sein.


Was muss im Betriebstagebuch stehen?

1. Stammdaten der Anlage

Diese Daten stehen auf der ersten Seite und müssen einmalig ausgefüllt werden:

AngabeBeispiel
Betreiber (Name, Anschrift)Restaurant "Zum goldenen Löffel", Musterstr. 12, 80331 München
Standort der AnlageHinterhof, Erdeinbau
Hersteller und TypBuderus SGA-NS7
NenngrößeNS 7
Baujahr/Einbaujahr2021
Schlammfangvolumen700 Liter
Fettabscheidervolumen1.400 Liter
EntsorgungsunternehmenMüller Entsorgung GmbH
WHG-Fachbetrieb (Wartung)Schmidt Umwelttechnik
Zuständige BehördeUntere Wasserbehörde München

2. Monatliche Eigenkontrolle

Mindestens einmal pro Monat müssen Sie folgende Daten erfassen:

EintragWas Sie dokumentieren
Datum und UhrzeitWann wurde die Kontrolle durchgeführt?
Durchführende PersonWer hat die Kontrolle gemacht? (Name)
FettschichtdickeGeschätzte oder gemessene Dicke in cm
SchlammstandGeschätzt oder gemessen
WasserspiegelNormal/erhöht/zu niedrig
GeruchNormal/auffällig/stark
Zulauf/AblaufFunktioniert einwandfrei? Verstopfung?
Allgemeiner ZustandAuffälligkeiten, Schäden?
MaßnahmenWas wurde getan? (z.B. "Entsorgung beauftragt")
UnterschriftBestätigung der durchführenden Person
Praxis-Tipp: Führen Sie die Eigenkontrolle immer am gleichen Tag im Monat durch — z.B. am 1. jeden Monats. So vergessen Sie es nicht.

Eine vollständige Anleitung: Eigenkontrolle-Anleitung

3. Entleerungen/Entsorgungen

Jede Entleerung muss dokumentiert werden:

EintragWas Sie dokumentieren
Datum der EntleerungWann wurde entleert?
EntsorgungsunternehmenName und Anschrift
MengeWie viel wurde entleert (in Litern/m³)?
Entsorgungsnachweis-Nr.Nummer des Begleitscheins
Zustand nach EntleerungWurde wieder mit Wasser aufgefüllt?
BemerkungenAuffälligkeiten beim Entleeren?
Wichtig: Den Entsorgungsnachweis (Begleitschein) müssen Sie als Kopie aufbewahren — entweder im Betriebstagebuch oder in einer separaten Mappe. Mehr dazu: Entsorgungsnachweis erklärt

4. Wartungen

Jede halbjährliche Wartung muss eingetragen werden:

EintragWas Sie dokumentieren
Datum der WartungWann wurde gewartet?
Durchführender Betrieb/PersonName, Qualifikation
Art der WartungHalbjährliche Wartung nach DIN 4040-100
ErgebnisseAlle geprüften Punkte und deren Zustand
Festgestellte MängelWelche Mängel wurden gefunden?
Durchgeführte ReparaturenWas wurde repariert?
Nächster WartungsterminWann ist die nächste Wartung fällig?

Das Wartungsprotokoll des Fachbetriebs wird als Anlage beigefügt.

5. Generalinspektion

Alle 5 Jahre:

EintragWas Sie dokumentieren
Datum der GeneralinspektionWann durchgeführt?
Durchführender SachverständigerName, Qualifikation, Zertifizierung
ErgebnisBestanden/nicht bestanden
Festgestellte MängelWas wurde bemängelt?
Fristen für MängelbeseitigungBis wann müssen Mängel behoben werden?
Nächste GeneralinspektionTermin

Der vollständige Inspektionsbericht wird als Anlage beigefügt.

6. Besondere Vorkommnisse

Alles Ungewöhnliche muss dokumentiert werden:

  • Überlauf oder Rückstau
  • Starke Geruchsbelästigung
  • Beschädigung oder Undichtigkeit
  • Behördenkontrolle (Datum, Ergebnis)
  • Änderungen am Betrieb (neue Küchengeräte, mehr Sitzplätze)
  • Störungen an automatischen Einrichtungen
  • Unfälle (z.B. versehentliche Einleitung von Chemikalien)

Betriebstagebuch: Papier oder digital?

Papier-Betriebstagebuch

Vorteile:

  • Einfach und sofort verfügbar
  • Keine technischen Voraussetzungen
  • Von Behörden allgemein akzeptiert

Nachteile:

  • Kann verloren gehen
  • Schwer lesbar (Handschrift)
  • Keine automatischen Erinnerungen
  • Keine Auswertungsmöglichkeiten

Bezugsquellen:

  • Fachhandel für Entwässerungstechnik
  • Hersteller von Fettabscheidern (oft kostenlos zum Kauf)
  • Preis: ca. 15–30 €

Digitales Betriebstagebuch

Vorteile:

  • ✅ Nicht verlierbar (Cloud-Backup)
  • ✅ Automatische Erinnerungen (nie einen Termin verpassen!)
  • ✅ Übersichtlich und gut lesbar
  • ✅ Fotos können direkt angehängt werden
  • ✅ Auswertungen und Berichte auf Knopfdruck
  • ✅ Bei Kontrolle sofort auf dem Smartphone zeigbar
  • ✅ Mehrere Standorte zentral verwalten

Nachteile:

  • Smartphone oder Tablet erforderlich
  • Internetverbindung empfohlen
FettCheck bietet ein vollständiges digitales Betriebstagebuch — inklusive automatischer Erinnerungen, Foto-Dokumentation und behördenkonformen Berichten. Damit erfüllen Sie alle Pflichten einfach und zuverlässig.

Muster: Monatliche Eigenkontrolle

┌─────────────────────────────────────────────────────┐
│           EIGENKONTROLLE FETTABSCHEIDER              │
├─────────────────────────────────────────────────────┤
│ Datum: ____________    Uhrzeit: ____________        │
│ Durchgeführt von: _______________________________   │
├─────────────────────────────────────────────────────┤
│ Fettschichtdicke:  □ < 5 cm  □ 5-10 cm  □ > 10 cm │
│ Schlammstand:      □ Normal  □ Erhöht   □ Hoch     │
│ Wasserspiegel:     □ Normal  □ Erhöht   □ Niedrig  │
│ Geruch:            □ Normal  □ Auffällig □ Stark   │
│ Zulauf:            □ Frei    □ Eingeschränkt        │
│ Ablauf:            □ Frei    □ Eingeschränkt        │
│ Deckel/Abdeckung:  □ i.O.   □ Beschädigt           │
│ Belüftung:         □ i.O.   □ Verstopft            │
├─────────────────────────────────────────────────────┤
│ Bemerkungen: ___________________________________    │
│ _________________________________________________   │
│ Maßnahmen:   ___________________________________    │
│ _________________________________________________   │
├─────────────────────────────────────────────────────┤
│ Unterschrift: __________________________________    │
└─────────────────────────────────────────────────────┘

Eine druckbare Version finden Sie in unserem Artikel: Monatliche Checkliste


Die 5 häufigsten Fehler beim Betriebstagebuch

1. Gar kein Betriebstagebuch führen

Der häufigste und teuerste Fehler. Sofortiges Bußgeld bei Kontrolle.

2. Einträge nachholen ("Auf Vorrat" eintragen)

Behörden erkennen nachgetragene Einträge oft — z.B. wenn alle Einträge mit dem gleichen Stift und in der gleichen Handschrift an einem Tag geschrieben wurden.

3. Entsorgungsnachweise nicht aufbewahren

Jeder Entsorgungsnachweis muss archiviert werden. Ohne Nachweis gilt die Entsorgung als nicht durchgeführt.

4. Wartungsprotokolle nicht beifügen

Das Wartungsprotokoll des Fachbetriebs muss als Anlage im Betriebstagebuch aufbewahrt werden.

5. Nur die Pflichteinträge machen

Besondere Vorkommnisse (Überlauf, Störung, Geruch) müssen ebenfalls dokumentiert werden. Wer das versäumt, riskiert bei einem späteren Schaden Haftungsprobleme.


Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange muss ich das Betriebstagebuch aufbewahren?

Mindestens 5 Jahre. Danach können Sie alte Einträge archivieren. Bei einem laufenden Rechtsstreit oder einer laufenden Prüfung: länger aufbewahren.

Was passiert, wenn ich kein Betriebstagebuch habe?

Bei einer Behördenkontrolle droht ein Bußgeld (je nach Bundesland 500–5.000 € oder mehr). Zusätzlich können Auflagen erteilt werden.

Kann mein Mitarbeiter das Betriebstagebuch führen?

Ja, Sie können die praktische Durchführung delegieren. Die Verantwortung bleibt aber bei Ihnen als Betreiber.

Muss das Betriebstagebuch in Deutsch geführt werden?

In der Regel ja, da es bei Behördenkontrollen vorgelegt werden muss. Internationale Betriebe können eine zweisprachige Version führen.

Wie detailliert müssen die Einträge sein?

So detailliert, dass ein Dritter (z.B. die Behörde) den Zustand und Betrieb der Anlage nachvollziehen kann. Die oben genannten Pflichtangaben sind das Minimum.

Akzeptieren Behörden ein digitales Betriebstagebuch?

Ja, wenn es alle vorgeschriebenen Angaben enthält und jederzeit vorgelegt werden kann (z.B. als PDF-Ausdruck oder auf dem Tablet). Immer mehr Behörden bevorzugen sogar digitale Lösungen.


Weiterführende Artikel

Kostenlose Betriebstagebuch-Vorlage (PDF)

12 Monats-Eigenkontrollen, Entsorgungsnachweise mit AVV-Schlüssel und Wartungsprotokoll — druckfertig nach DIN 4040-100.

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