
Wiederbefüllung bezeichnet den letzten Arbeitsschritt einer Entleerung: Nachdem der Fettabscheider vollständig geleert und gereinigt wurde, wird er unmittelbar wieder mit Wasser befüllt. Ohne diesen Schritt bliebe die Anlage funktionsunfähig, bis sich durch den normalen Küchenbetrieb wieder ausreichend Wasser angesammelt hat.
Die Wiederbefüllung erfolgt je nach Vorgabe des Entsorgungsbetriebs oder Herstellers entweder mit Frischwasser oder mit bereits gereinigtem Abwasser aus der vorangegangenen Entleerung. Für Betreiber ist der Schritt in der Regel Teil der beauftragten Entsorgungsleistung und läuft direkt im Anschluss an die vollständige Entsorgung ab.
Technischer Hintergrund
Ein leerer Abscheidebehälter ist kein neutraler Zustand, sondern ein funktionales Risiko: Ohne Wasserfüllung fehlt der Auftrieb, der Fette zuverlässig aufschwimmen lässt, und die Tauchwand kann ihre Funktion nicht erfüllen. Zusätzlich kann ein leerer Kunststoffbehälter bei hohem Grundwasserstand aufschwimmen oder sich verformen, wenn er nicht sofort wieder befüllt wird. Auch Geruchsbildung durch austrocknende Restablagerungen lässt sich durch zügige Wiederbefüllung vermeiden — mehr dazu im Artikel Geruch vermeiden.
Praxis im Betrieb
- Sofort nach der Entleerung befüllen: Der Entsorgungsfachbetrieb übernimmt die Wiederbefüllung in der Regel direkt vor Ort im Rahmen der Entsorgung.
- Wasserart klären: Ob Frischwasser oder aufbereitetes Abwasser verwendet wird, richtet sich nach den Vorgaben des Herstellers und des Entsorgungsbetriebs — beides ist üblich.
- Funktionsprüfung nach Befüllung: Prüfen Sie kurz, ob Zulauf, Ablauf und Lüftung nach der Wiederbefüllung normal funktionieren, bevor der reguläre Küchenbetrieb weiterläuft.
- Im Betriebstagebuch vermerken: Datum und Durchführung der Wiederbefüllung gehören als Teil des Entsorgungsnachweises in die Dokumentation. Details zum Gesamtablauf finden Sie unter Entsorgung: So läuft sie ab.
Häufige Fragen
Warum reicht es nicht, den Fettabscheider nach der Entleerung leer stehen zu lassen?
Ohne Wasserfüllung fehlt der Auftrieb für die Fettabscheidung, und bei erdverbauten Anlagen droht zusätzlich Auftriebsschaden durch Grundwasser. Auch Geruchsbildung durch austrocknende Ablagerungen ist ohne zügige Wiederbefüllung wahrscheinlicher. Deshalb gehört die Wiederbefüllung fest zum Ablauf jeder vollständigen Entsorgung.
Muss ich die Wiederbefüllung selbst durchführen?
Nein, in der Praxis übernimmt das der Entsorgungsfachbetrieb direkt im Anschluss an die Entleerung. Klären Sie dennoch vorab, ob dies im Leistungsumfang enthalten ist, damit die Anlage nicht ungeplant leer stehen bleibt.
Frischwasser oder gereinigtes Abwasser — was ist für die Wiederbefüllung richtig?
Beides ist üblich; maßgeblich sind die Vorgaben Ihres Herstellers und die Praxis Ihres Entsorgungsbetriebs. Im Zweifel fragen Sie bei der Beauftragung gezielt nach, welches Vorgehen für Ihre Anlage vorgesehen ist.
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