🛢️Fettabscheider & Technik

Schlammfang

Der Schlammfang ist die erste Kammer eines Fettabscheiders und hält Sinkstoffe wie Speisereste zurück, bevor Wasser den Abscheider erreicht.

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Schlammfang — Illustration

Der Schlammfang ist der erste Abschnitt, den das Abwasser in einem Fettabscheider durchläuft. Hier setzen sich schwere Sinkstoffe wie Speisereste, Knochenstücke oder Sand am Boden ab, bevor das Wasser in die eigentliche Abscheidekammer weiterfließt. Ohne diese Vorstufe würden Feststoffe die Fettabscheidung stören und die Anlage schneller verstopfen.

Für den Betrieb ist der Schlammfang mehr als ein Nebenbauteil: Sein Füllstand entscheidet mit darüber, wann eine Entleerung fällig wird, und ist fester Bestandteil der monatlichen Eigenkontrolle. Ein übervoller Schlammfang kann Feststoffe in die Abscheidekammer und im schlimmsten Fall bis in den Ablauf spülen.

Technischer Hintergrund

Das erforderliche Mindestvolumen des Schlammfangs ist normativ an die Nenngröße der Anlage gekoppelt. Maßgeblich für die genaue Bemessung im Einzelfall sind DIN EN 1825 und die Herstellerangaben Ihrer konkreten Anlage. Bei vielen kompakten Anlagen sind Schlammfang und Abscheideraum in einem gemeinsamen Behälter, aber baulich klar voneinander getrennt; bei größeren, insbesondere erdverbauten Anlagen ist der Schlammfang oft ein eigener vorgeschalteter Behälter. Mehr zum Aufbau der gesamten Anlage lesen Sie im Fettabscheideranlage-Ratgeber.

Praxis im Betrieb

  • Messen statt schätzen: Ermitteln Sie den Füllstand mit einem Peilstock oder Schlammschieber und notieren Sie den Wert bei jeder Eigenkontrolle.
  • Faustregel für die Entleerung: In der Praxis hat es sich bewährt, spätestens bei rund der Hälfte des verfügbaren Schlammfangvolumens zu entleeren — verbindlich ist jedoch, was Hersteller, Norm und örtliche Satzung vorgeben.
  • Dokumentation: Datum, Messwert und Prüfperson gehören ins Betriebstagebuch; bei der Entleerung ergänzen Sie den Entsorgungsnachweis.
  • Typischer Fehler: Betreiber messen häufig nur die Fettschichtdicke und übersehen den Schlammfang — dabei kann dieser unabhängig davon schneller volllaufen, etwa bei stark speisereste-belastetem Spülwasser.
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Tipp: Wer Vorsiebe oder Küchenrückhaltesysteme vor dem Abscheider nutzt, reduziert den Feststoffeintrag in den Schlammfang deutlich und verlängert die Intervalle zwischen den Entleerungen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass der Schlammfang voll ist?

Beim Peilen mit einem Messstab zeigt sich eine deutliche Schlammschicht am Boden der Kammer. Als Faustregel gilt: Erreicht die Schicht etwa die Hälfte des zulässigen Schlammfangvolumens, sollten Sie die Entleerung einplanen. Die genauen Grenzwerte entnehmen Sie den Herstellerangaben oder der DIN 4040-100.

Muss der Schlammfang bei jeder Entleerung mitgeleert werden?

Bei einer vollständigen Entsorgung werden Schlammfang und Abscheideraum gemeinsam entleert und gereinigt. Ob Ihre Satzung oder Ihr Entsorgungsvertrag getrennte Teilentleerungen zulässt, hängt vom Einzelfall ab — im Zweifel fragen Sie Ihren Entsorgungsfachbetrieb.

Was passiert, wenn der Schlammfang überläuft?

Feststoffe können dann in die Abscheidekammer gelangen, dort die Fettabscheidung stören und im schlimmsten Fall bis in den Ablauf und die Kanalisation gespült werden. Das gefährdet die Abscheideleistung insgesamt und kann bei einer behördlichen Kontrolle als Mangel gewertet werden.

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