
Eine Köderstation ist eine gesicherte, meist verschließbare Box, die an einer festen Position im Betrieb aufgestellt wird, um Schädlinge zu überwachen oder gezielt zu bekämpfen. Sie ist das sichtbare, kontrollierbare Element des Schädlingsmonitorings: Jede Station erhält eine eindeutige Nummer, die im Lageplan verortet ist, sodass sich jeder Kontrollbefund eindeutig einer Stelle im Betrieb zuordnen lässt.
Man unterscheidet grob zwei Arten: Köderstationen für Nagetiere und Monitoringgeräte für fliegende und kriechende Insekten. Beide Typen verfolgen dasselbe Ziel – Aktivität frühzeitig erkennen, bevor daraus ein größerer Befall wird –, unterscheiden sich aber deutlich in Bauart und Bestückung.
Für Betreiber ist die Köderstation vor allem deshalb relevant, weil sie zugleich Kontrollpunkt und Sicherheitsvorkehrung ist: Sie liefert die Befunde, die dokumentiert werden müssen, und verhindert gleichzeitig, dass Köder oder Wirkstoffe für Personal, Gäste oder Haustiere frei zugänglich sind.
Technischer Hintergrund
Nager-Köderstationen sind robuste, abschließbare Kunststoff- oder Metallboxen mit einem engen Einschlupf für Nagetiere, aber gesichert gegen den Zugriff von Menschen und Haustieren. Für Insekten kommen andere Systeme zum Einsatz: Klebefallen für Kriechinsekten wie Schaben, Pheromonfallen für Vorratsschädlinge sowie UV-Insektenvernichter für Fluginsekten in publikumsnahen Bereichen.
Bei der Bestückung gilt: Für die laufende Überwachung werden bevorzugt giftfreie Kontrollköder oder rein mechanische Fallen eingesetzt – sie zeigen Aktivität an, ohne Wirkstoff auszubringen. Eine Beköderung mit zugelassenen Bioziden, insbesondere Rodentiziden gegen Nagetiere, kommt erst bei nachgewiesenem Befall infrage und gehört in die Hände einer sachkundigen Person. Eine dauerhafte, vorsorgliche Giftbeköderung „auf Vorrat" entspricht nicht der guten fachlichen Praxis – Gift wird gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt, nicht präventiv über Monate hinweg.
Praxis im Betrieb
- Stationen fortlaufend nummerieren und im Lageplan einzeichnen – Nummer auf der Station und im Plan müssen übereinstimmen
- Platzierung an Wänden und Laufwegen, da sich vor allem Nagetiere bevorzugt an Kanten und Wandflächen bewegen
- Ausreichend Abstand zu offenen Lebensmitteln und Zubereitungsflächen einhalten
- Besonders im Umfeld von Wareneingang und Abfallbereichen kontrollieren, da diese Zonen Schädlinge zuverlässig anziehen (siehe Küchenabfälle richtig entsorgen)
- Bei jeder Begehung den Befund je Station notieren: leer, Fraßspuren, Kot, totes Tier, Fangzahl
- Beschädigte oder verschmutzte Stationen umgehend austauschen oder reinigen
Häufige Fragen
Wie viele Köderstationen braucht ein Betrieb?
Das hängt von Betriebsgröße, Grundriss und Risikobereichen ab. Eine pauschale Vorgabe gibt es nicht – entscheidend ist eine lückenlose Abdeckung kritischer Zonen wie Wareneingang, Lager, Abfallbereich und Außenwände. Ein Fachbetrieb legt Anzahl und Positionen üblicherweise im Rahmen der Erstbegehung fest.
Muss jede Köderstation Gift enthalten?
Nein. Für die laufende Überwachung reichen in der Regel giftfreie Kontrollköder oder mechanische Fallen aus. Eine Beköderung mit zugelassenen Bioziden kommt erst gezielt bei nachgewiesenem Befall zum Einsatz und sollte einer sachkundigen Person vorbehalten bleiben.
Wer darf Köderstationen befüllen und kontrollieren?
Einfache Sichtkontrollen und den Wechsel giftfreier Kontrollköder kann eingewiesenes Personal übernehmen, sofern es dafür eingewiesen wurde. Den Einsatz von Bioziden sowie die fachgerechte Bekämpfung bei nachgewiesenem Befall übernimmt in der Regel ein zugelassener Schädlingsbekämpfer.
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