Küchenabfälle richtig entsorgen: Fettbelastung im Fettabscheider reduzieren

Wie Sie durch richtiges Entsorgen von Küchenabfällen die Fettbelastung Ihres Fettabscheiders reduzieren und Entsorgungskosten senken.

Aktualisiert am 18.02.2026
~4 Min. Lesezeit

Küchenabfälle richtig entsorgen: So reduzieren Sie die Fettbelastung

Weniger Fett im Abscheider bedeutet: seltenere Entsorgung, niedrigere Kosten, weniger Geruch und weniger Probleme. Der effektivste Weg dorthin führt über die richtige Entsorgung von Küchenabfällen — bevor sie in den Abfluss gelangen.

Das Problem: Fett gehört nicht in den Abfluss

In vielen Küchen ist es leider Alltag: Pfannen werden direkt unter dem Wasserhahn ausgespült, Frittieröl wird in die Spüle gekippt, Soßenreste verschwinden im Abfluss. All dieses Fett landet im Fettabscheider — und füllt ihn schneller als nötig.

Faustregel: Alles Fett, das Sie vor dem Abfluss abfangen, spart Ihnen Geld bei der Entsorgung.

Richtige Entsorgung nach Abfallart

Altfett und Frittieröl

Altes Frittieröl und Bratfett sind die größten Fettquellen in der Gastronomie.

Richtig:

  • In verschließbare Behälter (Altfettsammlung) füllen
  • Von einem zertifizierten Altfettentsorger abholen lassen
  • Viele Entsorger bieten die Abholung kostenlos an — Altfett ist ein Rohstoff für Biodiesel

Falsch:

  • ❌ In den Abfluss kippen
  • ❌ In den Restmüll geben (bei großen Mengen)
  • ❌ In die Kanalisation leiten

Speisereste und Tellerrückläufe

Speisereste enthalten Fett, Soßen und organische Stoffe, die den Fettabscheider belasten.

Richtig:

  • Teller vor dem Spülen gründlich abkratzen
  • Speisereste in den Biomüll oder die Speiserestentsorgung geben
  • Siebe in den Abflüssen verwenden (fangen Feststoffe auf)

Falsch:

  • ❌ Speisereste direkt in die Spüle schaben
  • ❌ Soßenreste über den Abfluss entsorgen
  • ❌ Ohne Siebe arbeiten

Soßen, Dressings und Marinaden

Flüssige Küchenreste sind besonders tückisch — sie lassen sich schlecht im Sieb auffangen.

Richtig:

  • In Sammelbehälter gießen und über die Speiserestentsorgung entsorgen
  • Reste von Pfannen und Töpfen mit Küchenpapier auswischen, bevor sie gespült werden
  • Größere Mengen in die Altfettsammlung geben

Mehl, Teig und Backrückstände

In Bäckereien und Küchen mit viel Teigverarbeitung können Mehl und Teig den Schlammfang schnell füllen.

Richtig:

  • Teigschüsseln trocken vorreinigen (Teigschaber verwenden)
  • Mehlreste zusammenfegen und in den Biomüll geben
  • Nicht alles über die Spüle entsorgen

7 Maßnahmen zur Reduzierung der Fettbelastung

1. Fettauffangbehälter aufstellen

Stellen Sie an jeder Arbeitsstelle einen Fettauffangbehälter auf:

  • Neben der Fritteuse
  • Neben dem Herd
  • An der Spülstation
  • In der Zubereitungszone

Beschriften Sie die Behälter deutlich: „Altfett — nicht in den Abfluss!"

2. Siebe und Fettfänger installieren

  • Abflusssiebe in allen Spülbecken — fangen Feststoffe auf
  • Fettfangeinsätze in den Bodenabläufen
  • Siebkörbe in den Vorabscheider-Bereichen

Reinigen Sie die Siebe täglich — ein volles Sieb funktioniert nicht mehr.

3. Vorspülstation einrichten

Eine separate Vorspülstation, an der grobes Fett und Speisereste entfernt werden, bevor das Geschirr in die Spülmaschine kommt:

  • Teller mit Gummischaber abstreifen
  • Töpfe und Pfannen mit Küchenpapier auswischen
  • Grobes Fett in den Sammelbehälter geben
  • Erst dann in die Spülmaschine oder Handspülung

4. Personal schulen

Die wichtigste Maßnahme: Alle Mitarbeiter müssen wissen, was in den Abfluss darf und was nicht. Schulen Sie Ihr Team regelmäßig:

  • Bei der Einstellung
  • Mindestens einmal jährlich als Auffrischung
  • Bei neuen Mitarbeitern sofort

Hängen Sie Hinweisschilder in der Küche auf — einfach, klar, in mehreren Sprachen wenn nötig.

5. Kochprozesse optimieren

Kleine Änderungen in der Küche können die Fettmenge erheblich reduzieren:

  • Deckel verwenden — Weniger Fettspritzer
  • Richtige Temperatur — Überhitztes Fett spritzt mehr
  • Portionierte Fettmengen — Nicht mehr Öl verwenden als nötig
  • Frittieröl filtern — Verlängert die Nutzungsdauer, weniger Ölverbrauch

6. Getrennte Abwasserströme

Nicht jedes Abwasser muss durch den Fettabscheider:

  • Handwaschbecken — Können oft direkt in die Kanalisation entwässern
  • Thekenbereich — Getränkespülbecken separat anschließen
  • Toiletten — Dürfen nie über den Fettabscheider laufen

Prüfen Sie mit Ihrem Installateur, welche Anschlüsse optimiert werden können.

7. Altfettsammlung organisieren

Eine gut organisierte Altfettsammlung ist Gold wert:

  • Feste Sammelstelle einrichten (trocken, zugänglich)
  • Verschließbare Behälter verwenden (50-200 Liter)
  • Regelmäßige Abholung vereinbaren
  • Altfett ist ein Wertstoff — viele Entsorger holen es kostenlos ab

Kostenersparnis berechnen

Ein Beispiel: Ein Restaurant mit 100 Sitzplätzen lässt den Fettabscheider alle 4 Wochen entsorgen. Kosten: ca. 300-500 € pro Entsorgung.

Durch konsequente Fettreduzierung lässt sich das Intervall oft auf 6-8 Wochen strecken:

Ohne MaßnahmenMit Maßnahmen
13 Entsorgungen/Jahr7-8 Entsorgungen/Jahr
ca. 5.200 €/Jahrca. 2.800 €/Jahr
Ersparnis: ca. 2.400 €/Jahr

Die Investition in Auffangbehälter, Siebe und Schulungen amortisiert sich innerhalb weniger Wochen.

Fazit

Weniger Fett im Abfluss = weniger Fett im Abscheider = weniger Kosten. Die richtige Entsorgung von Küchenabfällen ist die einfachste und günstigste Maßnahme, um Ihren Fettabscheider-Betrieb zu optimieren.

FettCheck-Tipp: Dokumentieren Sie in der App, wenn Sie Ihre Fettreduzierungsmaßnahmen umsetzen. So können Sie den Effekt messen — und bei der nächsten behördlichen Kontrolle zeigen, dass Sie aktiv daran arbeiten.

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