❄️Kälte & Lüftung

Fettfilter (Küchenabluft)

Mechanischer Abscheider in der Küchenabluft, der Fett zurückhält — bei mangelnder Reinigung eine erhebliche Brandlast im Abluftsystem.

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Fettfilter (Küchenabluft) — Illustration

Der Fettfilter ist der erste mechanische Abscheider in der Abluftstrecke einer Gewerbeküche. Er sitzt direkt in der Dunstabzugshaube über Herd, Fritteuse und Grill und hält Fetttröpfchen zurück, bevor sie sich im Abluftkanal, im Ventilator oder auf dem Dach absetzen. Gängige Bauformen sind Prallblech- und Gestrickfilter, die als Kassetten aus der Haube entnommen werden können.

Für Betreiber ist der Fettfilter aus drei Gründen relevant: Er beeinflusst die Brandsicherheit der Küche, da abgelagertes Fett brennbar ist und im Ernstfall Flammen in die Lüftungsanlage weiterleiten kann. Er wirkt sich auf die Hygiene aus, weil verfettete Filter Keimen und Gerüchen einen Nährboden bieten. Und er bestimmt die Leistung der Abluftanlage: Ein zugesetzter Filter erhöht den Druckabfall, verschlechtert den Luftaustausch und führt zu Hitze und Dunst im Arbeitsbereich.

Damit ist der Fettfilter kein Verschleißteil, das man irgendwann austauscht, sondern eine Komponente, die regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden muss.

Technischer Hintergrund

Die Anforderungen an Fettfilter in der Küchenabluft ergeben sich aus der VDI 2052 (Raumlufttechnische Anlagen für Küchen) — der anerkannten Regel der Technik für Küchenabluftanlagen. Sie verlangt geeignete Fettabscheideeinrichtungen und legt damit indirekt fest, dass Fettfilter funktionstüchtig und sauber gehalten werden müssen.

Brandschutzrechtlich relevant wird der Fettfilter über die Arbeitsstättenverordnung und die Vorgaben von Sachversicherern: Beide verlangen, dass die Lüftungsanlage in einem Zustand gehalten wird, der keine zusätzliche Brandgefahr schafft. Ein durchgehend verfetteter Filter widerspricht dieser Anforderung unmittelbar. Weil Fettablagerungen als Brandlast gelten, ist die Filterreinigung auch aus Brandschutzsicht relevant — mehr dazu im Artikel Brandschutz in der Gastronomie.

Konstruktiv unterscheidet man vor allem:

  • Prallblechfilter — lenken den Luftstrom mehrfach um, Fett schlägt sich an den Blechen nieder
  • Gestrickfilter — feinmaschiges Metallgestrick, das Fetttröpfchen mechanisch abscheidet

Praxis im Betrieb

Wie oft der Fettfilter gereinigt werden muss, hängt von der Betriebsbelastung ab — Herstellerangaben und Nutzungsintensität geben den Takt vor:

NutzungReinigungsintervall (Richtwert)
Leicht (wenig Frittieren)Alle 2–4 Wochen
Mittel (üblicher Restaurantbetrieb)Wöchentlich bis alle 2 Wochen
Hoch (Imbiss, Intensiv-Frittieren)Täglich bis mehrmals wöchentlich
🚨
Wichtig: Reinigen Sie Fettfilter fachgerecht — meist in der Spülmaschine oder mit Spezialreiniger — und tauschen Sie verbogene oder beschädigte Kassetten sofort aus. Ein beschädigter Filter filtert nicht mehr zuverlässig und verliert seine Schutzwirkung gegen Fettbrand.

Kennzeichnen Sie jeden Filter, damit das Reinigungsintervall pro Kassette nachvollziehbar bleibt, und dokumentieren Sie jede Reinigung mit Datum und Ausführendem — in einem digitalen Betriebstagebuch lässt sich das ohne Papierlisten führen. Ausführliche Reinigungsintervalle für die gesamte Abluftanlage liefert der Artikel Lüftungsreinigung & Fettfilter.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich den Fettfilter reinigen?

Das hängt von der Betriebsbelastung ab. Als Richtwert gilt: bei leichter Nutzung alle 2 bis 4 Wochen, bei üblichem Restaurantbetrieb wöchentlich bis alle 2 Wochen, bei intensivem Frittierbetrieb täglich bis mehrmals pro Woche. Herstellerangaben und die tatsächliche Nutzung geben den Ausschlag.

Kann ich den Fettfilter selbst reinigen?

Ja, die Reinigung von Fettfiltern kann betriebsintern erfolgen, etwa in der Spülmaschine oder mit geeignetem Spezialreiniger, sofern sie fachgerecht durchgeführt und dokumentiert wird. Für die Reinigung von Abluftkanal und Ventilator ist dagegen häufig ein Fachbetrieb erforderlich.

Warum gilt ein verfetteter Fettfilter als Brandrisiko?

Abgelagertes Fett ist brennbar und bildet über die Zeit eine zusammenhängende Schicht im Filter und im dahinterliegenden Kanal. Im Brandfall kann diese Schicht Flammen von der Kochstelle in die Lüftungsanlage weiterleiten und einen lokalen Küchenbrand zu einem größeren Anlagenbrand ausweiten.

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