⚖️Recht & Normen

DIN EN 1825

DIN EN 1825 ist die europäische Produktnorm für Fettabscheider und regelt Bemessung, Bau, Einbau und Prüfung der Anlagen in zwei Teilen.

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DIN EN 1825 — Illustration

DIN EN 1825 ist die europaweit gültige Produktnorm für Fettabscheideranlagen. Sie legt fest, wie eine Anlage bemessen, gebaut und eingebaut sein muss, damit sie Fette und Öle zuverlässig aus dem Abwasser gewerblicher Küchen zurückhält.

Für Betreiber ist DIN EN 1825 vor allem beim Kauf und Einbau relevant: Sie bestimmt, welche Nenngröße für den jeweiligen Betrieb notwendig ist, und liefert die technische Grundlage, an der sich Planer, Hersteller und Installationsbetriebe orientieren. Anders als DIN 4040-100 beschreibt sie nicht den laufenden Betrieb, sondern die Anlage selbst.

Die Norm ist zweigeteilt: Teil 1 behandelt Baugrundsätze, Anforderungen an Werkstoffe, Kennzeichnung und Funktionsprüfung der Anlagen, Teil 2 die Bemessung – also das Verfahren, mit dem sich die passende Nenngröße anhand von Abwasseranfall und Fettanfall berechnen lässt.

Rechtsgrundlage

DIN EN 1825 ist eine europäische Norm und wurde in Deutschland unverändert als nationale Norm übernommen. Wie andere DIN-Normen ist sie kein Gesetz, gilt aber als anerkannte Regel der Technik. Wasserbehörden und Abwasserbetriebe setzen voraus, dass neu eingebaute oder ausgetauschte Fettabscheideranlagen dieser Norm entsprechen; die konkrete Genehmigungspflicht ergibt sich aus der kommunalen Abwassersatzung und dem Wasserhaushaltsgesetz. Für den laufenden Betrieb nach dem Einbau gilt ergänzend die deutsche Norm DIN 4040-100.

Details zur Norm und ihrer Anwendung lesen Sie im Artikel DIN EN 1825 erklärt; wer grundsätzlich einen Fettabscheider braucht, erklärt der Ratgeber Fettabscheider-Pflicht: Wer braucht einen?.

Praxis im Betrieb

  • Beim Neueinbau oder Austausch prüfen, ob die Anlage nach DIN EN 1825 bemessen und mit Prüfzeichen versehen ist.
  • Die passende Nenngröße richtet sich nach Küchentyp, Abwassermenge und Fettanfall – ermittelt üblicherweise der Fachplaner oder Fachbetrieb nach Teil 2 der Norm.
  • Bei Umbau, Erweiterung oder Nutzungsänderung der Küche die Nenngröße neu prüfen lassen – zu klein bemessene Anlagen sind ein häufiger Grund für Beanstandungen.
  • Für den täglichen Betrieb nach dem Einbau ist nicht DIN EN 1825, sondern DIN 4040-100 maßgeblich.
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Tipp: Bewahren Sie das Datenblatt und den Prüfnachweis der Anlage nach DIN EN 1825 dauerhaft auf – Sie benötigen ihn bei jeder Generalinspektion und oft auch bei Rückfragen der Wasserbehörde.

Häufige Fragen

Was regelt DIN EN 1825 im Gegensatz zu DIN 4040-100?

DIN EN 1825 betrifft die Anlage selbst: Bemessung, Bau, Einbau und Funktionsprüfung. DIN 4040-100 ergänzt sie um die Anforderungen an den laufenden Betrieb wie Eigenkontrolle, Wartung und Entsorgung. Beide Normen greifen ineinander und decken zusammen den gesamten Lebenszyklus einer Anlage ab.

Woraus bestehen die zwei Teile von DIN EN 1825?

Teil 1 beschreibt Baugrundsätze, Anforderungen an Werkstoffe, Kennzeichnung und die Prüfung von Fettabscheideranlagen. Teil 2 liefert das Bemessungsverfahren, mit dem sich die passende Nenngröße für einen konkreten Betrieb berechnen lässt.

Muss eine bestehende Altanlage auf DIN EN 1825 nachgerüstet werden?

Eine pauschale Nachrüstpflicht besteht in der Regel nicht, solange die Altanlage funktionsfähig ist und die zuständige Behörde keine Beanstandung ausspricht. Bei Ersatz, wesentlichem Umbau oder Nutzungsänderung wird die Anlage jedoch regelmäßig nach aktueller Norm neu bemessen und eingebaut.

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