WHG-Fachbetrieb erklärt
Was ist ein WHG-Fachbetrieb?
Ein WHG-Fachbetrieb ist ein Unternehmen, das nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zertifiziert ist, Arbeiten an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen durchzuführen. Die Zertifizierung nach § 62 WHG in Verbindung mit der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) stellt sicher, dass der Betrieb über die nötige Fachkunde, Ausstattung und Organisation verfügt.
Warum ist das für Fettabscheider relevant?
Fettabscheider sind Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen – denn Fette und Öle im Abwasser sind gewässerschädlich. Bestimmte Arbeiten an Fettabscheidern dürfen daher nur von WHG-Fachbetrieben ausgeführt werden.
Welche Arbeiten erfordern einen WHG-Fachbetrieb?
Zwingend durch WHG-Fachbetrieb:
- Generalinspektion alle 5 Jahre (Dichtheitsprüfung, Zustandsbewertung)
- Einbau und Inbetriebnahme von Fettabscheidern
- Wesentliche Änderungen an der Anlage (Umbau, Erweiterung)
- Stilllegung von Anlagen
- Reparaturen an tragenden Teilen oder Dichtungen
Nicht zwingend durch WHG-Fachbetrieb:
- Regelmäßige Entsorgung (→ Entsorgungsfachbetrieb)
- Routinemäßige Wartung (→ kann durch geschultes Fachpersonal erfolgen)
- Monatliche Eigenkontrolle (→ Betreiber selbst)
Die Generalinspektion
Die wichtigste Aufgabe des WHG-Fachbetriebs im Alltag ist die Generalinspektion gemäß DIN 4040-100, die alle 5 Jahre stattfinden muss.
Was wird geprüft?
- Dichtheitsprüfung des Abscheiders und der Zuleitungen
- Zustand der Einbauteile (Tauchwände, Ablaufrohr, Geruchsverschluss)
- Zustand des Behälters (Risse, Korrosion, Beschädigungen)
- Funktionsprüfung (Trennleistung, Durchflussbegrenzung)
- Zustand der Probenahmeeinrichtung
- Dokumentation aller Ergebnisse in einem Inspektionsbericht
Was kostet eine Generalinspektion?
- Kleine Anlagen (NS 1–4): 400–800 €
- Mittlere Anlagen (NS 4–10): 600–1.200 €
- Große Anlagen (NS 10+): 1.000–2.500 €
Der Preis beinhaltet: Anfahrt, Prüfung, Dokumentation. Etwaige Reparaturen werden separat berechnet.
Wie erkenne ich einen WHG-Fachbetrieb?
Zertifizierung
Der Betrieb muss über eine gültige Fachbetriebsbescheinigung nach AwSV verfügen, ausgestellt von einer Sachverständigenorganisation (z. B. TÜV, DEKRA, ÜWG).
Prüfpunkte:
- ✅ Aktuelle Fachbetriebsbescheinigung (max. 2 Jahre alt)
- ✅ Geltungsbereich umfasst „Abscheideranlagen" oder „Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen"
- ✅ Sachkundige Mitarbeiter mit Schulungsnachweisen
- ✅ Betriebshaftpflichtversicherung
Wo suchen?
- WHG-Fachbetriebsregister der Sachverständigenorganisationen
- IHK / Handwerkskammer Ihrer Region
- FettCheck-Plattform: Zertifizierte Fachbetriebe in Ihrer Nähe
- Kommune / Untere Wasserbehörde: Kann Empfehlungen geben
Unterschied: WHG-Fachbetrieb vs. Entsorgungsfachbetrieb
| WHG-Fachbetrieb | Entsorgungsfachbetrieb (Efb) | |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | WHG / AwSV | KrWG § 56 |
| Aufgabe | Einbau, Inspektion, Reparatur | Entleerung, Transport, Verwertung |
| Zertifizierung | Sachverständigenorganisation | Entsorgergemeinschaft |
| Typische Arbeit | Generalinspektion alle 5 Jahre | Monatliche Entsorgung |
Beide können in einem Unternehmen vereint sein – aber die Zertifizierungen sind getrennt.
Fazit
Der WHG-Fachbetrieb ist Ihr Partner für alle baulichen und prüftechnischen Aufgaben am Fettabscheider. Besonders die Generalinspektion alle 5 Jahre ist Pflicht und darf nur von einem zertifizierten WHG-Fachbetrieb durchgeführt werden. Prüfen Sie die Fachbetriebsbescheinigung – Ihr Schutz vor Haftungsrisiken.
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