Den richtigen Entsorgungsdienstleister finden
Warum die Wahl wichtig ist
Nicht jedes Entsorgungsunternehmen arbeitet gleich. Ein unseriöser Dienstleister kann Sie in Schwierigkeiten bringen: fehlende Nachweise, unvollständige Entleerung oder illegale Entsorgung – und die Verantwortung liegt am Ende bei Ihnen als Betreiber.
Pflicht-Kriterien: Das muss der Dienstleister mitbringen
1. Zulassung als Entsorgungsfachbetrieb (Efb)
Der Betrieb muss als Entsorgungsfachbetrieb nach § 56 KrWG zertifiziert sein. Das Zertifikat bestätigt:
- Zuverlässigkeit und Fachkunde
- Ordnungsgemäße Betriebsorganisation
- Regelmäßige Überprüfung durch externe Auditoren
2. Transportgenehmigung
Für den Transport von Abfällen (Abfallschlüssel 19 08 09) ist eine Beförderungserlaubnis nach § 54 KrWG erforderlich.
3. Nachweis der Entsorgungsanlage
Fragen Sie, wohin der Abscheiderinhalt gebracht wird. Seriöse Unternehmen benennen die Entsorgungsanlage (z. B. kommunale Kläranlage, Biogas-Anlage).
Qualitätskriterien: Darauf sollten Sie achten
Vollentleerung statt Fettabschöpfung
Ein guter Dienstleister leert den Abscheider vollständig (Fett + Wasser + Schlamm) und befüllt ihn anschließend mit Frischwasser. Reine Fettabschöpfung ist nicht normgerecht.
Reinigung inklusive
Nach der Entleerung sollte der Abscheider gereinigt werden – Innenwände, Einbauteile, Tauchwände.
Saubere Dokumentation
Sie erhalten bei jeder Entsorgung:
- Übernahme-/Begleitschein mit allen Pflichtangaben
- Menge, Datum, Abfallschlüssel
- Unterschrift beider Seiten
Termintreue
Der Dienstleister hält vereinbarte Termine ein und bietet im Notfall kurzfristige Einsätze an.
Erreichbarkeit
Ein Ansprechpartner sollte bei Fragen erreichbar sein – nicht nur ein anonymes Callcenter.
Vertragsmodelle
Einzelauftrag
Sie rufen bei Bedarf an. Flexibel, aber teurer pro Einsatz und risikoreicher (Vergessen möglich).
Rahmenvertrag mit festem Turnus
Empfohlene Variante:
- Feste Intervalle (z. B. monatlich, alle 2 Wochen)
- Planbarer Preis
- Dienstleister erinnert automatisch
- Geringeres Risiko, Termine zu versäumen
All-inclusive-Vertrag
Einige Anbieter bieten Komplettpakete:
- Entsorgung + Wartung + Generalinspektion
- Ein Ansprechpartner für alles
- Oft wirtschaftlich bei größeren Anlagen
Warnsignale: Finger weg bei …
- ❌ Kein Efb-Zertifikat vorhanden oder abgelaufen
- ❌ Keine Begleitscheine / keine Dokumentation
- ❌ Bietet nur „Fettabschöpfung" an (nicht normkonform)
- ❌ Deutlich unter Marktpreis (Wohin geht der Abfall wirklich?)
- ❌ Keine Angabe zur Entsorgungsanlage
- ❌ Keine Wiederbefüllung mit Frischwasser
- ❌ Drängt auf langfristige Verträge ohne Kündigungsmöglichkeit
So finden Sie Anbieter
- FettCheck-Plattform: Entsorgungsbetriebe in Ihrer Region vergleichen
- Kommune / Kanalnetzbetreiber: Führen oft Listen zugelassener Entsorger
- IHK / Handwerkskammer: Können Kontakte vermitteln
- Branchenverbände: z. B. bvse (Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung)
- Empfehlungen: Fragen Sie Kollegen in der Gastronomie
Checkliste für die Anbieterauswahl
- ✅ Efb-Zertifikat gültig?
- ✅ Transportgenehmigung vorhanden?
- ✅ Vollentleerung + Reinigung + Wiederbefüllung?
- ✅ Begleitscheine bei jeder Entsorgung?
- ✅ Entsorgungsanlage benannt?
- ✅ Preis transparent und nachvollziehbar?
- ✅ Vertragsbedingungen fair (Laufzeit, Kündigung)?
- ✅ Erreichbarkeit und Termintreue?
Fazit
Nehmen Sie sich Zeit für die Wahl des Entsorgungsdienstleisters. Ein seriöser Partner spart Ihnen langfristig Ärger, Kosten und rechtliche Risiken. Bestehen Sie auf vollständiger Dokumentation – Sie haften als Betreiber für die ordnungsgemäße Entsorgung.
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